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Zwerggarnelen – Crystal red, Red Bee & Co

von | 07.09.2025 | Garnelen / Krebse | 0 Kommentare

Wie bei vielen Heimtieren, die eine Rotfärbung hervor  bringen oder kontrastreich gezeichnet sein können, ist dies auch in die Bienengarnele (siehe Blogbeitrag)

Färbung und Farbformen

Bei der ursprünglichen Form der Crystal red sind die schwarzen und orangen Zeichnungsmuster durch Rot ersetzt wurden. Die Intensität der Farbe hängt stark von der Stimmung der Tiere ab. So ist das Rot blass, wenn sich die Tiere nicht wohl fühlen. Da es sich beim Rot um eine im Panzer eingelagerte Farbe handelt, kann dies durch die Verfütterung von Farbfutter intensiviert werden. Abwechslungsreiche Ernährung mit Algen, Grünfutter und gefrorenen Cyclops hat die gleiche Wirkung.

Durch gezielte Selektion und Verpaarung passender Tiere wurden inzwischen verschiedenste Farbformen, die sich insbesondere am Anteil und der Verteilung von weißen Zeichnungsmustern unterscheiden, herausgezüchtet. Die intensiv mit weiß gezeichneten Tiere werden auch Red bee (engl.: Rote Biene) genannt und in verschiedene Farbstufen eingeteilt. Je gleichmäßiger die Zeichnung ist und je mehr leuchtendes weiß die Tiere zeigen, umso teurer sind sie. Den hohen Weißanteil der Red bee hat ein Züchter in Asien, so die Vermutung, wohl durch das einmalige Einkreuzen einer Hummelgarnele, die nur entfernt mit der Bienengarnele verwandt ist, erreicht.

Namensgebung und Klassifizierung

Die Gebrüder Carsten und Frank Logemann, nach denen die Bienengarnele Caridina logemanni benannt ist, haben eine Klassifizierung von K0 bis K14 etabliert, die sich auf die Höhe des Weißanteils bezieht.

Besonders beliebt sind seit wenigen Jahren die Super Crystal Red, die durch ein flächiges und leuchtendes Rot mit wenig Weiß bestechen.

Farbeinteilung in Klassen bei den Red bees

Red bees werden in Asien in Grades (engl. Klassen) eingeteilt, die grob wie folgt dargestellt werden können. Die Zuordnung bei S-SSS ist leider nicht immer einheitlich.

  • Grade A: hat drei gleichmäßige weiße Querbinden.
  • Grade B/C: hab drei gleichmäßige weiße Querbinden.
  • Grade S: Bei Grade S werden Garnelen mit Hinomaru-Zeichnung angestrebt, also ein roter Fleck auf weißem Grund am Hinterleib. Als schlechter bewertet werden Tiere mit so genanntem V-Band. Der Hinomarufleck ist dabei V-förmig nach unten ausgezogen. Entsprechend verhält es sich bei Tiger Tooth (engl. Tiger-Zahn), bei denen zwei dünne Streifen vom Hinomaru-Fleck zum Bauch hin verlaufen.
  • Grade SS: Bei Grade SS ist die weiße Farbe noch weiter verstärkt, so dass beide rote Binden des Hinterleibs jeweils zu einem Fleck umgewandelt sind (Dopple-Hinomaru). Ist der große Fleck durch eine weiße Querbinde geteilt, handelt es sich um die Zeichnung „no entry sign“ (Einbahnstraßenschild). Besteht der vordere Fleck nur aus einem Halbkreis spricht man von Half Moon (engl. Halbmond).
  • Grade SSS: Unter Grade SSS sind alle Farbformen zusammen gefasst, die kaum oder gar keine dunkle Farbe auf dem Hinterleib haben und stattdessen sehr viel weiß zeigen.

Und immer mehr Weiß…

Wie gelingt die Zucht?

Auch wenn man für die Zucht hervorragend gezeichnete Tiere auswählt, so ist nicht gewährleistet, dass die Jungtiere dieser Verpaarung ebenso schön gezeichnet sind. Für die erfolgreiche Zucht besonderer Farbformen werden viel Geduld, viele Zuchttiere und viele Aquarien für die gezielte Selektion benötigt.

Die Zucht der Crystal red-Garnelen entspricht dem spezialisierten Typ.Sie bringen aus ihren ca. 1,5 mm großen Eiern nach einer Tragzeit von drei bis vier Wochen 20 bis 50 fertig entwickelte Junggarnelen zur Welt. Die Entwicklungsdauer der Eier wird von der Temperatur beeinflusst, wobei sie zwischen 20 und 26°C liegen sollte. Die kleinen Garnelen werden mit feinstem Futter, zum Beispiel Staubfutter, aufgezogen.

Aufzucht

Bei ausreichender Größe des Aquariums können die Junggarnelen bei ihren Eltern gehalten werden. Geschlechtsreif sind die Garnelen nach ca. 3-4 Monaten bei einer Temperatur von 24°C. Unter guten Bedingungen tragen die Weibchen ca. alle 4 bis 6 Wochen Eier, wobei die Zeitspanne mit dem Alter des Tieres ansteigt. Dafür tragen ältere und somit größere Weibchen mehr Eier als kleinere, jüngere Garnelen.

Nachzucht

Um regelmäßig Nachwuchs zu erhalten darf die Wassertemperatur nicht komplett konstant sein, da die Garnelen Schwankungen benötigen, welche die Jahreszeiten simulieren. Imitiert man dies auch im Aquarium, indem man auf die Aquarienheizung verzichtet, erhält man konstant Nachwuchs. Die Garnelen benötigen eine gewisse Zeit mit Temperaturen unter 20 °C. In dieser Zeit wird die Vermehrung kurzfristig eingestellt. Doch sobald die Temperaturen 20°C übersteigen wird die Eierproduktion fortgesetzt und eine neue Zuchtsaison beginnt.

Oder Richtung rot…

Extremes Weiß kam auch bald…

Auf dunklen Pflanzen oder dunklem Bodengrund fühlen sich Crystal Red und Red Bee besonders wohl.

Wasserwerte für die Kristallrote Zwerggarnele Caridina logemanni var. Crystal red

  • Temperatur: 18°C bis 25°C
  • Härte: 4 – 8 dGH, 0 – 3 dKH
  • Nitrat: < 20 mg/l
  • pH-Wert: 5,0 – 7,0

Was sollte ich füttern?

Richtiges Garnelenfutter haben wir natürlich auch im Angebot!

Wo finde ich weitere Infos?

Noch mehr Informationen zur Bienengarnele findest Du in unserer Artendatenbank auf www.wirbellose.de !

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Kai A. Quante

Kai A. Quante

Kai A. Quante ist seit Kinderzeiten Aquarianer. Im harten Wasser wurden zu Jungendtagen Lebendgebärende wie Segelkärpflinge, Black Mollies und Platies gezogen. Mit Umzug nach Braunschweig, mit seinem weichen Wasser, vermehrten sich die Aquarien auf inzwischen etwa 60 bis 80 mit 1,5 bis 180 Litern Volumen mit meist kleinen Fisch- und Wirbellosen-Arten, die sich in den Becken tummeln. Gezüchtet wurden früher diverse Harnisch- und Panzerwelse, Zwergbuntbarsche, Labyrinther und Salmler. Durch die Begeisterung für Wirbellose wurden Anfang der 1990er bereits Bienengarnelen gezüchtet, bald kamen Marmorkrebse und Ringelhandgarnelen als Grundlage für die Zucht diverser Krebs-, Garnelen- und Krabbenarten. Urzeitkrebse faszinieren seit Yps-Zeiten in der Jugend und sind ständige Begleiter. Sie bevölkern nun zwischen 20 und 40 Becken. Seit 2015 hat er mit AQ4Aquaristik eine eigene Marke für aquaristische Produkte im Bereich Urzeitkrebse, Futter und aquaristische Produkte.